Bestimmung der Zeit:
Vom Tag bis zu den Jahrmillionen

Die Geo-Biosphäre der Erde unterliegt einem ständigen Wandel, der in seinem Umfang und seinen Auswirkungen nur mit exakten Zeitmarken bewertet werden kann. Die sich evolutiv entwickelnden Organismen stellen dabei die besten Eckwerte der relativen, biostratigraphischen Zeitmessung dar. Mittels Integration von physikalischen und radioisotopen Methoden werden diese heute in geo-(bio-) chronologische Zeitskalen überführt. Ferner speichern Organismen in ihren Skeletten gut definierte Periodizitäten, die eine weitere Auflösung bis zu annuellen, monatlichen, wöchentlichen und sogar täglichen Zeitskalen erlauben.


Die Biostratigraphie stellt das Grundgerüst für die erdwissenschaftlichen Zeitmessung dar. Die evolutiven Änderungen der Organismen, hier dargestellt für miozäne planktonische Foraminiferen aus marinen und für Kleinsäugerzähne aus terrestrischen Milieus, bilden die Basis der Zeitmessung.

 

 

Zuwachsraten an Organismen, hier am Beispiel einer holozänen Muschel, erlauben die zeitliche Auflösung von Monaten und Tagen.

 

Chronologien mit gemessenen Parametern, wie z.B. mit dem Gehalt an organischen Kohlenstoff, erlauben in ausgewählten Beispielen, wie hier im Posidonienschiefer des Süddeutschen Jura, eine Auflösung bis weit unter die Grenze der Biozonen.

Zentrale Aufgaben:
  • Verbesserung der taxonomischen und systematischen Basisdaten
  • Korrelation mariner und terrestrischer biostratigraphischer Skalen als Vorraussetzung für das Prozeßverständnis marin-kontinentaler Wechselwirkungen
  • Entwicklung integrativer Zeitskalen durch die Interpolation zur Verfügung stehender Daten und Methoden
  • Verbesserung der biostratigraphischen und biochronologischen Korrelation mariner und kontinentaler Sedimentationsräume im globalen Maßstab
Paläontologie - eine vernetzte Wissenschaft