Archive und Datenpflege: Die Erdgeschichte als "Kulturerbe"

 

Die Archive des Lebens, die Sammlungen rezenter und fossiler Organismen und ihre Bedeutung für die Geobiologie, werden zur Erfassung der historischen / fossilen Biodiversität in allen internationalen und nationalen Übereinkommen (Systematics AGENDA 2000, Darwin Declaration, Diversi-tas) als "Kulturerbe" der Menschheit apostrophiert, und den Staaten wird ihre beson-dere Pflege empfohlen. Bereits 1954 haben sich die Signatarstaaten der Haager Konvention zur Erhaltung dieser Sammlungen verpflichtet und stellen wörtlich fest, daß "wissenschaftliche Sammlungen Teil des Kulturerbes der Menschheit" sind.

Paläontologische Archive sind einzigartig und unersetzlich für diesen Wissenschaftszweig. Hier findet sich weltweit, national und regional jenes meist unwiederbringliche, wertvolle Material mit seinen Primär-daten. Den Archiven kommt damit die Bedeutung eines "Großforchungseinrichtung" zu. Sie ermöglichen es erst, im Raum Zeit-scheibe für Zeitschei-be und modellierend die historische Biodiversität, die molekulare Geobiologie und die Entwicklung der Organismen zu erfassen. Diese Daten sind essentiell zum Verständnis der Biosphärengekoppelten und gesteuerten Stoff-Flüsse und Stoffspeicher, der Paläobiogeographie und Paläoökologie, sowie der globalen Klimasteuerung. Ferner können mit diesen Datensätzen konkrete Aus-sagen für die zukünftige Entwicklung der Evolution des Systems Erde erstellt werden. Schlußendlich gewinnen paläontologische Schausammlungen eine wachsende Attraktivität für die Öffentlichkeit.

 

 
 Bei der paläobiologischen Bearbeitung von Organismen ist es unerläßlich auf das Originalmaterial und die Erstbeschreibung in den sogenannten ”Alten Werken” zurückzugreifen, wie hier am Beispiel der Trilobiten gezeigt .

 

Zentrale Aufgaben: