Mikroben und mikrobielle Lebensräume: Die Vielfalt des Einfachen

Mikroben begannen mit der Entstehung der Lithosphäre der Erde die damaligen "unwirtlichen" Milieus zu besiedeln und verbesserten die Lebensbedingungen kontinuierlich. Sie schufen damit die Möglichkeiten für "höheres" Leben. Sie sind heute in allen Ökosystemen vertreten und für die Stoffkreisläufe (z.B. C, N, S) verantwortlich. Viele blieben ihren ursprünglichen Ausgangsmilieus treu, so daß sie heute noch in Extrem-Milieus, wie Salztümpeln, anoxischen Sedimenten, ozeanischen schwarzen Rauchern, oder auch tief unter der Erdoberfläche gedeihen. Paläobiologische Analysen hängen von mikrobieller Weichteilerhaltung ab. Viele ursprünglich als anorganisch angesehene Bildungen, wie Karbonatzemente, Riffe, Eisen- und Manganerze sind mikrobiell gesteuert.

Abb. 12. Die Erhaltung von nicht mineralisierten Hartteilen oder von Weichteilen, wie bei den hier abgebildeten Messel-Fossilien (Käfer und Frosch), ist ohne die Beteiligung von Bakterien nicht erklärbar.

Abb. 13. Austrittstellen von H2S und CH4 (cold seeps) gibt es in allen aquatischen Milieus. Mikrobiell induzierte Mineralausfällungen können auch in fossilen cold seeps nachgewiesen werden, wie in diesem Beispiel aus der Kreide von Colorado (USA).
 

Wichtige Forschungsthemen:

Paläontologie - eine vernetzte Wissenschaft